Blickmaschinen

Ausstellung: Künstler

Ulrike Grossarth


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Prepared Table (Gedeckter Tisch), 2008
Szenographie


Ulrike Grossarth gibt ihrem im Museum eingerichteten Raum den Aufbau einer Camera Obscura, die Anspielungen auf historische Objekte enthält. Ausgangspunkt ist die erste veröffentlichte Abbildung einer dunklen Kammer als Camera Obscura zur Betrachtung einer Sonnenfinsternis von 1584. Dabei fällt auf, dass die Darstellung der verschatteten Sonnenscheibe im Außenraum stärker perspektivisch verzerrt ist als die Projektion im Perspektivkasten des Innenraumes. Auch andere Merkwürdigkeiten aus historischen Abbildungen greift die Künstlerin auf. So beispielsweise die theatralischen Draperien, die ein rationales technisches Gerät umgeben – eine Kombination aus Solarmikroskop und Camera Obscura aus einer Abhandlung von Martin Frobenius Ledermüller von 1763. Dem technischen Fortschritt der Aufzeichnung wird hier eine Bühne bereitet. In Grossarths Szenographie tritt außerdem noch das Teufelchen aus dem alptraumhaften Durchscheinebild auf, eine profanisierte Abwandlung des Nachtmahrs aus Johann Heinrich Füsslis gleichnamigen Gemälden, entstanden zwischen 1781 und 1802. Das Motiv des Gemäldes mit den sechs brennenden Kerzen entstammt der Synagoge in Theresienstadt und verweist auf die Metaphysik des Lichts, welche dieses mit dem Intelligiblen, der Hoffnung, dem universalen Schönen verbindet. Licht- und Schattenbilder werden im Museumsraum durch Projektionslinien verspannt. All diese Verweise füllen einen Assoziationsraum.

Ulrike Grossarth (geb. 1952) lebt in Berlin und Dresden.

www.ulrikegrossarth.de/



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Die Präsentation ist eine Ausstellung im Rahmen des Projektes Visuelle Taktiken/ Visual Tactics und wird gefördert durch das EU-Culture Programme.

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