Ausstellung: Künstler
Sigmar Polke
Ein Konflikt liegt bereits lange zurück, 2007
Linsenbild, Acryl auf Stoff
Sammlung Lambrecht-Schadeberg / Rubenspreisträger der Stadt Siegen, Museum für Gegenwartskunst Siegen,
Photo: Wolfgang Morell
Sigmar Polkes Bild mit dem rätselhaften Titel
Ein Konflikt liegt bereits lange zurück gehört zu den neueren Bildern des Künstlers, die ihr Geheimnis aus der Anwendung des ´Linsenrasters` beziehen. Ein Linsenraster bricht das Licht in verschiedene Richtungen, so dass das darunter liegende Bild instabil, mehrdeutig, räumlich verwirrend wird. Wir kennen die ´Wackelbilder` mit den erstaunlichen dreidimensionalen Effekten, die je nach Blickwinkel ein anderes Bild offenbaren; auch die barocken Riefelbilder, die in den Zeiten der Op Art wieder auflebten. Bei
Ein Konflikt liegt bereits lange zurück ist eine Schicht transparentes Strukturgel über ein Leinwandbild mit einer Grisaille-Landschaft gelegt, mit einer Art Kamm geriffelt, damit das Gel in dieser Form abhärten kann. Das Bild, zart aquarelliert mit seinen feinen Schattierungen und Verläufen, wirkt so seltsam entrückt. Die Oberfläche des Geologischen hat die Strukturen eines belebten Wesens, trägt Züge einer barocken anthropomorphen Landschaft. Die transparente geriffelte Schicht hat aber noch einen anderen Vorteil für den Maler, der die Vexierspiele sucht. Er kann über das Bild weitere Farbschichten, weitere Arbeitsvorgänge legen. Auf der Oberfläche des Linsenrasters stehen andere Farbverläufe, einmal die vertikale Richtung der Struktur aufnehmend – weiße Farbe liegt in den Rillen und erzeugt einen Schleier – oder quer zur Struktur sich ausbreitend – dunkle schleifenförmig ausschwingende Pinselstriche. Die leicht glänzende, millimeterdünne farblose Schicht erzeugt dabei ein Dazwischen, ein Darüber, ein Darunter, das kaum zu lokalisieren ist. Das Bild zeigt und versteckt, verlockt und entzieht sich.
Sigmar Polke (geb. 1941) lebt in Köln.
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Die Präsentation ist eine Ausstellung im Rahmen des Projektes Visuelle Taktiken/ Visual Tactics und wird gefördert durch das EU-Culture Programme.

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