Blickmaschinen

Ausstellung: Künstler

Markus Raetz


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Hasenspiegel, 1988
Eisendraht, Spiegel, bemaltes Holz
Sammlung Francesco Conti, Chêne Bougeries


Der Standpunkt des Betrachters ist für die Erscheinung der Dinge von entscheidender Bedeutung. Markus Raetz Arbeiten fordern den Betrachter heraus, sich auf eine erforschende Betrachtung einzulassen und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.

Hasenspiegel zeigt auf einer Kartonsäule mit graulackierter Holzplatte eine aus Draht geformte Umrissfigur eines Hasen, der einem gegenüberliegenden ovalen Spiegel zugewandt ist. Das Spiegelbild zeigt jedoch die Silhouette eines Mannes mit Hut, eine Anspielung auf Joseph Beuys. Der Hase ist für Beuys bekanntermaßen ein Symboltier, das in seiner künstlerischen Mythologie sowohl für den Geist als auch den Körper, für Kosmos und Erde steht und als Tier des Mondes mit Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und Intuition – und damit mit dem Weiblichen, der Frau, in Verbindung gesetzt werden kann. Indem sich Künstler und Hase, Mann und Tier als Spiegelbilder einander zugeordnet sind, wird der Spiegel seiner rein optischen Funktion, der Wiedergabe der Oberfläche der Dinge, enthoben. Dieser Austausch zwischen Bild und Reflexion zeigt, dass der Spiegel symbolisch gebraucht wird, als Erkenntnisinstrument, indem sein Anblick Facetten des inneren Selbst, hier eines Alter Egos, enthüllt.

Markus Raetz (geb. 1941) lebt in Bern.



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Die Präsentation ist eine Ausstellung im Rahmen des Projektes Visuelle Taktiken/ Visual Tactics und wird gefördert durch das EU-Culture Programme.

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