Ausstellung: Künstler
Miguel Rothschild
Miguel Rothschild: Die Familie Mustermann. Trauma eines alleinstehenden Künstlers, 2001/03
Installation mit 67 Daumenkinos
Verschiedene Holzelemente bevölkern den Ausstellungsraum: das Hausmodell eines typischen deutschen Wohnhauses der Mittelklasse; der Grundriss einer Musterwohnung als tischähnliches Podest; eine Stellwand in Form eines Bauschild, die wie ein Filmabspann die am Projekt Beteiligten benennt; weitere Fassaden- und Raumelemente sind an den Wänden platziert. Ein Dokumentationsphoto einer Mustermann-Klingelanlage für ein Mehrfamilienhaus komplettiert die modellhafte Anordnung. In 67 Schwarz-Weiß-Daumenkinos, die in der Installation verteilt ausliegen, wird die Tragikomödie einer Familie und eines Eindringlings filmisch erzählt: Der Künstler Rothschild selbst will seine verlorene Liebe Erika zurückgewinnen. Doch Erika lebt bereits ein musterhaftes Leben mit Egon, dem Mann ihrer Träume, gebiert zwei Kinder, richtet sich ein. Dazu gehört selbstverständlich auch ein Verhältnis mit Meister Propper. Der mittellose Künstler will den Saubermann ausstechen und seine ehemalige Geliebte aus ihrem bürgerlichen Paradies befreien. Zerwürfnisse, Befreiungsschläge, Zurechtweisungen folgen. Am Ende stürzt die Protagonistin vom Balkon und wir verlassen mit ihr gemeinsam beim Abblättern des letzten Daumenkinos die Geschichte – der Film ist zuende. Alle Elemente der Installation können in eine Kiste gepackt werden. Bei jeder neuen Ausstellungsstation wird die Geschichte wieder ausgepackt und nimmt ihren ewig sich wiederholenden Lauf.
Miguel Rothschild (geb. 1963) lebt in Berlin.
www.miguelrothschild.de/
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Die Präsentation ist eine Ausstellung im Rahmen des Projektes Visuelle Taktiken/ Visual Tactics und wird gefördert durch das EU-Culture Programme.

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