Ausstellung: Künstler
Eulália Valldosera
Envasos: el culte a la mare (Gefäße: der Mutterkult), 1996
Plastik, Papier und Objekte, Licht
Sammlung MACBA. Fundació Museu d’Art Contemporani de Barcelona. Donació del Taller de la Fundació
Eulália Valldosera errichtet mit simplen Objekten eine atmosphärische Situation. Zwei Kunststoffflaschen, Abfall unserer hygienebesessenen Gesellschaft, sind so zwischen Diaprojektoren platziert, dass sie enorme Schatten an die Wände des Ausstellungsraumes werfen. Dort erscheinen die Projektionen der Putzmittelbehälter als Ehrfurcht einflößendes Duo, wie zwei Idole in einem archaischen Tempel. Die Projektoren sind als Metaphern zu sehen, sie projizieren keine Bilder, sondern sind das Medium der Übertragung. Der Kult der Mutter wird zur Stätte der Erinnerung, der (psychologischen) Übertragung und Gegenübertragung. Unser Schatten schiebt sich zwischen die Gegenstände, die Reflexe und Projektionen der Installation und tritt damit in ein Rollenspiel der Erwartungen ein. Der Betrachter kann seine Position ausprobieren, kann sich in kultische Rituale hinein imaginieren, denn schon in der Antike wurden Schattenprojektionen in religiöse Feste und Zeremonien integriert. Doch die Gemeinschaft der Schatten ist ephemer und so kann man sich dem Einflussbereich des übergroßen Unbewussten, zumindest temporär, auch wieder entziehen.
Eulália Valldosera (geb. 1963) lebt in Barcelona.
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Die Präsentation ist eine Ausstellung im Rahmen des Projektes Visuelle Taktiken/ Visual Tactics und wird gefördert durch das EU-Culture Programme.

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