Blickmaschinen

Ausstellung: Künstler

Kara Walker


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Miss Merrimac and the Monitor, 2001
Scherenschnitt-Installation und Projektion
Sammlung Deutsche Bank


Walkers nostalgisch romantisch anmutenden Scherenschnitte berichten in provokanten und schockierenden Details von Rassismus, Unterdrückung oder sexueller Gewalt. Auf engstem Raum wird verletzt, verstümmelt, vergewaltigt, gewürgt, geschossen, getanzt und kopuliert. Als Hauptsdarsteller treten schwarze Frauen und Kinder auf. Sie erleiden Demütigungen durch Weiße in den Rollen von Sklavenhaltern, Kolonialherren oder Soldaten. Nicht selten erscheinen die Opfer gleichzeitig als Täter, verstrickt in ein Spiel aus Erniedrigung und Dominanz, was dem Betrachter einen eindeutigen moralischen Standpunkt verweigert.

Miss Merrimac and the Monitor zeigt in farbiger Camouflageoptik die Silhouette einer überlebensgroßen, durch Gras kriechenden Frauenfigur, gekleidet in ein historisches Kostüm, mit Schwert in der Rechten. Oberhalb ihres Körpers scheinen zwei weitere abstrakte Formgebilde auf. In die Silhouette der Frau hinein sind vier Miniaturschattenrisse aus schwarzem Papier integriert: ein junger Schwarzer, eine autoritär in einem Sessel thronender Weißer in Kolonialherrenmanier, eine im Ausfallschritt voranstürmende Fackelträgerin mit kunstvoller Afro-Hochfrisur. Schwarze Männer und Frauen sind die Protagonisten, sie tragen Waffen, werden bedroht, oder stürmen gejagt davon.

Stilistisch greift Walker auf das historische Medium des Scherenschnitts zurück. Im 18. Jahrhundert, als die Rassenkonflikte ihren Höhepunkt im amerikanischen Bürgerkrieg nahmen, diente der Scherenschnitt dem Zeitvertreib der weißen Oberschicht. Dargestellt wurden idyllische Genreszenen, die die tatsächlichen Verhältnisse kaschierten und verharmlosten.

Kara Walker (geb.1969) lebt in New York.

learn.walkerart.org/karawalker



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