Ausstellung: Künstler
Hans-Peter Feldmann
Zwei Mädchen, 1999
Fotografie, ausgeschnitten,
Courtesy Hans-Peter Feldmann und Konrad Fischer Galerie,© VG Bild-Kunst, Bonn 2008
In Feldmanns Photographie treffen zwei Mädchen unterschiedlicher Realitätsebenen aufeinander. Das mobile Mädchen, das gerade auf seinem Roller herbeigerollt sein mag, begegnet einer strahlenden Lichtgestalt. Diese ist als Silhouette aus dem Bild ausgeschnitten und gehört zur materiellen Realität der Photographie und nicht zu der abfotografierten Wirklichkeit. Das Mädchen mit dem Roller berührt sie am Kopf, so wirkt sie paradoxerweise doch in die Situation eines sonnigen Nachmittags in den Sechziger Jahren eingebettet. Zudem werfen beide Mädchen einen starken Schlagschatten. Kann eine paranormale Erscheinung, ein leuchtender Geist einen Schatten werfen? Eigentlich müsste er seine Umgebung überstrahlen. So lässt sich nicht entscheiden, ob das Rollermädchen hier nur mit einer imaginären Spielgefährtin spricht oder gar eine weiße Figur betastet, die vor ihr steht. Das Bild bleibt ambivalent zwischen Verschwinden und Erscheinen, Immaterialität und Realität. So wie das Mädchen auf den Geist trifft, so kollidieren der sonnige Tag und die »kühle« modernistische Architektur, das unstoffliche, nur über die Reflexion auf den Gegenständen zu bemerkende Licht und die konkrete Materialität von Beton und Stein.
Hans-Peter Feldmann (geb. 1941) lebt in Düsseldorf.
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Die Präsentation ist eine Ausstellung im Rahmen des Projektes Visuelle Taktiken/ Visual Tactics und wird gefördert durch das EU-Culture Programme.

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